Torstens Newsletter November 2019

Erfüllung – Unser Goldenes Leben

Die Kräfte, die auf uns einwirken, sind umfassend. Die in Besitznahme unserer Erfahrungen und unseres Erlebens ist oft eine große Zumutung. Eine Option ist, zufrieden zu sein mit dem, was wir haben, und die Begrenztheit unseres Lebens und unsere Lebensumstände zu akzeptieren. Das Beste aus unseren Umständen zu machen ist die politisch korrekte, dem gesunden Menschenverstand entsprechende Art mit dem Status Quo zu gehen, das, was wir und andere von uns immer erwarten. Gleichzeitig sind es aber auch die Haltung und Einstellung, die es der Unterdrückung unserer Sehnsüchte und der Leugnung unserer Lebensaufgabe und Bestimmung sehr leicht machen. Gerade steuere ich schnurstracks auf mein Seminar-Highlight im November beim Schöner Leben Institut in Köln zu, bei dem es um Erfüllung und Glückseligkeit geht.

Glückseligkeit ist o.k. für mich, mit Erfüllung tue ich mich viel schwerer. Es war ein kurzzeitig befreiender Moment für mich, als ich diesen Sommer beim Zwischenstopp unserer Rückreise aus der Bretagne in Amboise auf den Spuren von Leonardo Da Vinci etwas anlässlich seines 500. Todestages las. Nachdem wir mal wieder tiefen Einblick in das unfassbare, geniale, weitreichende und wundervolle Lebenswerk dieses Genies nehmen konnten, lasen wir im Begleitheft zur Ausstellung tatsächlich folgenden Satz: “Zum Ende seines Lebens hatte Leonardo Schuldgefühle, dass er sich an Gott versündigt hätte, weil er seiner Lebensaufgabe nicht entsprochen hatte.” Was für eine schockierende, für Außenstehende nicht nachvollziehbare Sichtweise konnte diese Ausgeburt eines Visionärs da bloß entwickelt haben, habe ich mich sofort gefragt. Andererseits konnte ich mich auch stark in ihm wiederfinden an dieser Stelle.

So wie mein künstlerisches Bewusstsein gestaltet ist, eskaliert jede Errungenschaft noch bevor sie vollendet ist in eine neue noch größere Vision, noch unmöglicher, mit einem noch größeren Bedarf an Wunderwirkung, himmlischer Unterstützung und Gnade. Das Ausmaß an potentieller Unzufriedenheit oder Nicht-Erfülltheit ist immer riesig aufgrund dieser Dynamik, die meine künstlerische Natur permanent anfeuert.

Andererseits habe ich auch diese Projektion auf meine Welt, in welchem Ausmaß ich Menschen, besonders die meiner eigenen Kultur durch meine Dynamik überfordere, befremde und verwirre. Deshalb habe ich wohl Jahrzehnte lang daran gearbeitet, mich auf die eine oder andere Art und Weise zu reduzieren und reduziert darzustellen. Während ich das schreibe wird mir bewusst, in welchem Ausmaß es unmöglich ist, Erfülltheit zu leben, ohne meine Fülle und Vollständigkeit zuzulassen, zu empfangen, auszustrahlen, einzuatmen, auszuatmen. Dies werde ich jetzt einfach tun und hoffe, dass es mir auch hilft, über die unglaubliche Aufschubs-Dynamik in der Veröffentlichung dieses Newsletters und den Selbstangriff, auf dem sie beruht, hinweg zu kommen.

Deshalb teile ich mit Euch jetzt mein Erfülltheitstagebuch des Novembers:

Was meine sprudelnde Seele in dieser Lebensphase alles manifestiert, um sich zu erfüllen –  Mensch, wenn das der Mann aus meinem ersten Berufs-Beratungsgespräch wüsste….

Das alles erfüllt mich und mein Herz und macht mich so dankbar für mein Leben und so viel Lust auf das bevorstehende Wochenende, bei dem wir vielleicht auch so eine Übung machen werden:

Anwendungen ERFÜLLUNG:

1. Öffne Deinen Kiefer, Dein Herz, Deinen Atem und Dein Bewusstsein für das Ein- und Ausströmen von Luft, Prana, Lebensenergie durch all Deine Poren, Körpersysteme, Sinne, Zellen und Chakren.

2. Lehne Dich so tief wie möglich in das Bewusstsein hinein, beatmet zu werden, damit Dein Nervensystem in den autonomen, unbewussten Modus umschaltet.

3. Lade mit jedem Einatmen, das Du zulässt, alles ein, was zu Dir und zu Deiner Erfüllung gehört, bis zur Erdmitte und zur Himmelsmitte und über sie hinaus.

4. Gib mit jedem Ausatem-Impuls frei und lade alles aus, was nicht zu Dir gehört, beziehungsweise Dir nicht gut tut, selbst wenn Du es selbst erzeugt hast.

6. Erlaube über den Tag verteilt immer wieder mal einem Moment, durch den Du Dich hindurch bewegst, Dich voll und ganz zu erfüllen, indem Du ihn auf diese Weise nutzt, um Dich in der Unendlichkeit zu verankern.

Ich wünsche Euch allen ein  wundervolles, auf Eure ganz authentische Weise erfülltes Jahresende und einen ebensolchen Übergang,

alles Liebe,

Euer Torsten Konrad